Kommunale Wärmeplanung
Kommunale Wärmeplanung: Weg zu einer treibhausgasneutralen und sicheren Wärmeversorgung
Die kommunale Wärmeplanung beschreibt, wie die Wärmeversorgung einer Kommune bis 2045 treibhausgasneutral werden kann. Sie fungiert als Fahrplan in Richtung einer zukunftssicheren, klimafreundlichen und bezahlbaren Wärmeversorgung.
Auch die Gemeinde Grävenwiesbach startet dazu ein eigenes Projekt. Auf Basis einer systematischen Analyse wird ein kommunaler Wärmeplan erarbeitet, der den Weg zur Treibhausgasneutralität im Wärmesektor bis 2045 aufzeigt.
Rechtsgrundlage ist das nationale Wärmeplanungsgesetz (WPG), das im Herbst 2023 im Deutschen Bundestag verabschiedet wurde. Es verpflichtet die Kommunen zur Erstellung von Wärmeplänen, lässt ihnen dabei aber bewusst Gestaltungsspielräume, um auf lokale Gegebenheiten eingehen zu können.
Warum jede Kommune einen eigenen Wärmeplan braucht
Energiequellen, Infrastrukturen und der Energieverbrauch unterscheiden sich von Kommune zu Kommune. Deswegen entwickelt jede Stadt und jede Gemeinde einen eigenen Wärmeplan, der zu ihren lokalen Energiequellen, vorhandenen Netzen und dem tatsächlichen Wärmebedarf passt.
Der Wärmeplan für Grävenwiesbach wird individuell auf die örtlichen Möglichkeiten und Rahmenbedingungen zugeschnitten. Ziel ist eine verlässliche und zugleich kosteneffiziente Wärmeversorgung.
In der kommunalen Wärmeplanung werden sogenannte voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete ausgewiesen. Diese geben eine Orientierung, welche Form der Wärmeversorgung in bestimmten Gebieten voraussichtlich besonders sinnvoll ist. Zum Beispiel der Anschluss an ein Wärmenetz oder individuelle Lösungen mit Wärmepumpen. Ob diese Planungen später tatsächlich genauso realisiert werden können, hängt von den konkreten Bedingungen vor Ort ab und wird in nachgelagerten Schritten geprüft.
Wichtig: Aus der kommunalen Wärmeplanung entstehen zunächst keine unmittelbaren Pflichten für Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer. Die Entscheidung über die zukünftige Wärmeversorgung bleibt im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben weiterhin frei wählbar.
Schritte der kommunalen Wärmeplanung
· Eignungsprüfung: Im ersten Schritt wird untersucht, welche Gebiete sich potenziell für Wärmenetze eignen könnten und welche sich wahrscheinlich für individuelle Lösungen eignen.
· Weiterführende Informationen finden Sie hier ← .
· Bestandsanalyse: Analyse der bestehenden Versorgungsinfrastruktur. Dabei werden die vorhandenen Wärmeerzeugungsanlagen, Energieträger, Verteilnetze und Verbraucher erfasst.
· Potentialanalyse: Hier findet die Untersuchung der verschiedenen Möglichkeiten zur Energieeinsparung und Effizienzsteigerung im Wärmesektor statt. Dafür werden energetische Sanierungspotenziale im Gebäudesektor bewertet und erneuerbare Energiepotenziale wie Solarthermie, Wind, Biomasse, Geothermie und Abwärmenutzung identifiziert.
· Zielszenarien: Auf der Grundlage der Bestands- und Potenzialanalyse erfolgt die Gebietseinteilung, die die zukünftige Wärmeversorgung festlegt. Das Zielszenario beschreibt eine Möglichkeit, wie die klimaschonende Wärmeversorgung im Zieljahr 2045 aussehen kann.
· Wärmewendestrategie: Die Planung umfasst konkrete Maßnahmen und Strategien, die zur Erreichung der definierten Ziele führen. Dies können beispielsweise die Umwidmung von Flächen für die Nutzung durch Erneuerbare-Energien-Anlagen oder das Einführen eines runden Tisches zum Thema Wärme- und Energiewende sein.
Ein dynamischer Prozess unter Einbindung der Öffentlichkeit
Die kommunale Wärmeplanung ist kein starres Konzept, sondern ein dynamischer Prozess. Sie wird regelmäßig überprüft und an neue Herausforderungen, technologische Entwicklungen und rechtliche Rahmenbedingungen angepasst. So können Städte und Gemeinden aktiv zur Energiewende beitragen und Schritt für Schritt eine nachhaltige Zukunft gestalten.
Im Laufe des Projekts sind öffentliche Veranstaltungen geplant, in denen über aktuelle Zwischenergebnisse informiert wird und Möglichkeiten zur Beteiligung angeboten werden. Sobald wesentliche Erkenntnisse vorliegen, wird die Öffentlichkeit dazu zeitnah über verschiedene Kanäle informiert.
Weiterführende Informationen
Vertiefende Informationen zur kommunalen Wärmeplanung stellt die LandesEnergieAgentur Hessen (LEA) bereit, unter anderem in Form von Leitfäden. Link: Kommunale Wärmeplanung / Leitfaden LEA Hessen
Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen informiert ebenfalls ausführlich über Ziele, Inhalte und rechtliche Grundlagen der kommunalen Wärmeplanung. Link: BMWSB Kommunale Wärmeplanung - BMWSB
Weitere fachliche Unterstützung bietet das Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (KWW), das Kommunen mit Arbeitshilfen, Hintergrundinformationen und Praxisbeispielen zur Seite steht. Link: Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (KWW) - Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende
Kontakt und Ansprechpartner
Gemeinde Grävenwiesbach
Claudia Paesler-Lehr
e-netz Südhessen AG
E-Mail: kommunale.waermeplanung(@)e-netz-suedhessen.de
Internet: Konzepterstellung zur kommunalen Wärmeplanung in Hessen: e-netz Südhessen AG
Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV)
E-Mail: info@inev.de
Internet: KOMMUNALE WÄRMEPLANUNG 2.0 - INEV | Institut für nachhaltige Energieversorgung